Historisches zur Ortsgemeinde Offenbach

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    Die OrtsGeschichte

    Urkundlich wird Offenbach bereits im Jahre 784 erwähnt, als Warandus dem neu gegründeten Kloster Lorch an der Bergstraße aus seinen Gütern eine Schenkung machte. Nach der Endung "-bach" im Ortsnamen zu schließen, wäre aber die Gründung des Orts schon in alemannischen Zeiten zu suchen, spätestens aber in der Zeit der Merowinger, zumal zur Zeit Karls des Großen von unserem Ort als einer bereits bestehenden Siedlung gesprochen wurde.

    Einzelne Bodenfunde, die teilweile sogar ins 10. Jahrhundert vor Christus zu datieren sind, zeigen, dass die guten natürlichen Voraussetzungen von Offenbach immer wieder Menschen angezogen haben. Etliche Fundgegenstände lassen auch römische Siedler vermuten. Die Geschichte Offenbachs ist eng verknüpft mit den Schenkungen von Fürsten, Rittern und Klöstern.

    Es hatte im frühen Mittelalter zunächst sehr enge Beziehungen zu dem Kloster Klingenmünster und der von diesem als Lehen vergebenen Burg Landeck. Später gehörte es dann zum kurpfälzischen Unteramt Landeck des Oberamtes Germersheim.

    Zu Beginn des 12. Jahrhunderts muss Offenbach wohl im Besitz der Grafen von Leiningen bzw. von Eberstein gewesen sein. Als nämlich im Jahr 1237 Friedrich und Emich, die Söhne des Grafen Friedrich von Leiningen und der Agnes von Eberstein eine Erbteilung vornahmen, bekam Emich auch die Burg Landeck samt allem Zubehör. Emichs gleichnamiger Sohn war mit Katharina von Ochsenstein, aus dem hier und im Elsaß begüterten Geschlecht, verheiratet.

    Das Paar hatte aber keine Kinder, weshalb sein Anteil an der Landeck an die Herren von Ochsenstein fiel, die die Burg von da an mit den Grafen von Zweibrücken gemeinsam hatten.

    1369 verkaufte Otto von Ochsenstein seinen Anteil, zu dem auch "Offenbach, das Dorf halber" gehörte, an Konrad Landschad, Vitzthum von Neustadt. Im Jahr 1379 verpfändete Hannemann, Graf von Zweibrücken, Herr von Bitsch, seinen Anteil an der Veste Landeck an Pfalzgraf Ruprecht. Um dieselbe Zeit befand sich auch Friedrich von Ochsenstein im Mitbesitz der Burg, denn er wies seiner Gemahlin Elisabeth von Zweibrücken seinen Anteil, darunter auch Offenbach, als Wittum, das heißt als Witwenversorgung, zu.

    Als Friedrich im Jahr 1411 starb, fiel sein Besitz an seinen Bruder Volmar und von diesem an seinen Sohn Georg, den letzten Herrn von Ochsenstein. Im Jahr 1484 gaben Abt und Konvent von Klingenmünster dem Pfalzgrafen Philipp die Zusage, dass ihm die Ochsensteinischen Lehen, sobald sie frei wurden, verliehen werden sollten, was dann 1485 nach dem Tod von Georg von Ochsenstein auch erfolgte. Jedoch gab Pfalzgraf Philipp dieses Erbe aber an den Grafen von Zweibrücken zum Lehen. Um das Jahr 1510 kam die Herrschaft wieder zurück an die Kurpfalz, jedenfalls wird sie in dieser Zeit von kurpfälzischen Beamten verwaltet.

    Die andere Hälfte der Herrschaft Landeck war 1394 und 1416 an die Bischöfe von Speyer verkauft worden, so dass Offenbach gemeinschaftlicher Besitz zwischen dem Kurfürsten von der Pfalz und dem Bischof von Speyer geworden war. Die vielgestaltige Länderverteilung am linken Rheinufer brachte im Verlauf der Jahrhunderte über die Bewohner dieser Gegend häufig die Schrecknisse blutiger Kämpfe. 1312 und 1348/49 wütete obendrein in ganz Europa, besonders aber in der Rheinebene die Pest, die über ein Drittel der Bevölkerung dahinraffte.

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    Offenbach im 18. Jahrhundert


    Auch während der französischen Revolutionskriege musste Offenbach durch fortgesetzte Quartierlast, Requisition und Plünderungen viel erdulden. So musste das Dorf von 1795 bis 1805 jährlich hohe Abgaben an Früchten, Stroh, Heu, Holz und Vieh an das französische Militär liefern.

    Der 1. und 2. Weltkrieg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts forderte von der Queichgemeinde jedoch einen Blutzoll wie keine der anderen kriegerischen Auseinandersetzungen in der wechselvollen Geschichte Offenbachs. Im ersten Weltkrieg waren 61 Opfer und im zweiten Weltkrieg 122 Opfer zu beklagen.

    Nach dem zweiten Weltkrieg hat das Dreiturmdorf Offenbach seinen bäuerlichen Charakter erheblich eingebüßt. Von den ehemals 250 landwirtschaftlichen Betrieben sind, werden derzeit nur noch knapp 50 bewirtschaftet.

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    Kreuzung Hauptstraße / Germersheimer Straße während des 1. Weltkrieges


    Inzwischen hat sich Offenbach zu einem leistungsfähigen Unterzentrum entwickelt. Seit  dem 1. Januar 1972 ist die Gemeinde Offenbach Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Verbandsgemeinde und verfügt neben dem Industrie-und Handelspark "Interpark" über drei weitere Gewerbegebiete.

    Die um den Altortskern herum ausgewiesenen Wohngebiete haben den Ortskern als "City" des Ortes gestärkt.

    Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet das Kulturzentrum mit dem Bürgertreff und dem Kultursaal sowie der Bücherei und dem Queichtalmuseum.

    Das gleiche gilt für die beiden Kirchen, die beiden Kindergärten und die Grundschule sowie die Ärzte und neuen seniorengerechten Wohnungen, die sich allesamt im Ortskern befinden.

    Einen besonderen Stellenwert für Offenbach hat die Turn-und Festhalle sowie das Queichtalzentrum mit dem Queichtalstadion, der Queichtalsporthalle und dem Queichtalbad. In diesem Zentrum steht das neue Feuerwehrhaus für die Stützpunktfeuerwehr Offenbach und das Rathaus, in dem die Verwaltung der Verbandsgemeinde für die inzwischen auf über 12.500 angewachsenen Einwohner untergebracht ist.

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