Der Hollergarten


Im rückwärtigen Bereich der Hauptstraße 46 entsteht nach der Vorgabe „Innen- vor Außenentwicklung“ in einem bisherigen Grünbereich auf einer Länge von ca. 150 m (Ost-West-Richtung) und einer Breite von ca. 55 m (Nord-Süd-Richtung) ein neues Baugebiet mit geplanten 7 Bauplätzen.

Dieses Neubaugebiet wird nach den Vorgaben des Gemeinderates auf Basis eines städtebaulichen Vertrags mit der Bauherrengemeinschaft Cattor + Torn modellhaft als Null-Emissions-Wohngebiet entwickelt.

Gebaut werden gut gedämmte Häuser, die wenig Energie verbrauchen, möglichst im KfW-55 und Passivhausstandard. Zinsvergünstigte Kredite und verlorene Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW machen diese anspruchsvolleren Energiestandards für die Bauherren attraktiv.

Im gesamten Baugebiet ist die Verwendung von Heizöl, Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen zum Heizen nicht zulässig. Vielmehr ist die Installation (lokal) emissionsfreier Heizsysteme für die Bauherren verpflichtend. Im konkreten Fall sollen zur Warmwasserbereitung und zum Heizen elektrische Wärmepumpen installiert werden, die mit Ökostrom betrieben werden.

Die Dächer – vorgesehen sind Stadtvillen mit Zeltdach – sind rechtsverbindlich mit mindestens 6 Kilowattpeak Fotovoltaik zu bestücken. Empfohlen wird die Belegung der Ost-, West- und Südseite mit ca. 10 kWp.

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Belegungsoption von Zeltdächern auf Stadtvillen mit Fotovoltaik zur Solarstromerzeugung

Mit den so erzeugbaren ca. 10.000 Kilowattstunden Solarstrom jährlich sind die Häuser bilanziell klimaneutral und emissionsfrei. Da eigenerzeugter Solarstrom kostengünstiger ist als Strombezug und der selbst erzeugte Solarstrom nicht nur wesentliche Teile des eigenen Stromverbrauchs, sondern auch relevante Anteile des Heizstromverbrauchs der Wärmepumpe abdeckt, ergeben sich deutlich reduzierte Strombezüge und damit nur eine allenfalls kleine Stromrechnung. Diese wiederum wird über die Vergütung der Einspeisung von Überschusssolarstrom so neutralisiert, dass bei entsprechender Größe der Fotovoltaikanlage die Energiekosten des Hauses gegen Null gehen.

Da elektrische Wärmepumpen in gut gedämmten Gebäuden Warmwasser und Heizwärme wirtschaftlich günstiger bereitstellen als die vielfach immer noch installierten Gasbrennwertgeräte und die Nutzung eigenerzeugten Solarstroms finanziell günstiger ist als der Strombezug, ist das Nullemissionsbaugebiet ein Konzept, das den Bauherren dauerhaft niedrige Betriebs- bzw. Nebenkosten garantiert. Insoweit ist das Nullemissionskonzept ein Gewinn nicht nur für den Gesundheitsschutz (Luftreinhaltung durch Wegfall von Schadgasemissionen) und die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel.

Dieses Nullemissionskonzept hat der Gemeinderat schon 2015 im Rahmen des Bebauungsplan-Aufstellungsbeschlusses vorgegeben und war damit seiner Zeit weit voraus. Auch heute noch gehört dieses künftige Nullemissionsbaugebiet zu den Pionieren. Im Hinblick auf den Klimaschutz und die Luftreinhaltungserfordernisse wäre es politisch an der Zeit, für den Neubau, aber auch für grundlegende Sanierungen den Nullemissionsstandard und damit ein „Weg von Öl und Erdgas“ gesetzlich vorzugeben.

Danke an die Bauherrengemeinschaft Cattor + Torn, dass sie sich für den Nullemissionsstandard im Hollergarten entschieden hat, sowie an den Gemeinderat, der hier ein zukunftsweisendes Konzept realisiert, das zum Nachahmen empfohlen wird.

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