Inbetriebnahme der neuen Wasseraufbereitungsanlage voraussichtlich im Sommer 2020


Dies tut der Zweckverband allerdings nicht ohne Not, denn nur durch die nun beschlossenen Maßnahmen kann langfristig die Wasserversorgungs-Qualität und –Sicherheit gewährleistet werden. Bisher wurde das Wasser aus den Tiefbrunnen weitestgehend unbehandelt ins Netz eingespeist. Probleme bereitete dabei allerdings der hohe Eisengehalt im Wasser, der durchweg zu teilweise massiven Ablagerungen in den Leitungsnetzen führte. Darüber hinaus kam es durch fehlenden Speicherraum in Spitzenzeiten zu erheblichem Druckverlust im Wasserleitungssystem. Drittes Problem war die zu hohe Calcitlösekapazität (zu hoher pH-Wert), der die Rohrleitungen schädigen kann.

Da insbesondere beim letzten Bestandteil zeitweise die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten wurden, was zwar nicht gesundheitsschädlich ist, mussten dennoch Maßnahmen ergriffen werden, um die Werte langfristig zu reduzieren und dem Wasser Eisen und Mangan zu entziehen.

Zahlreiche und immer häufiger werdende Klagen über den sehr hohen Kalkgehalt von 17° deutscher Härte und die dadurch verursachten Schäden an Geräten und Leitungen, aber auch erhöhtem Reinigungsaufwand in den Haushalten führte dazu, dass man nun auch die zentrale Enthärtung des Wassers ins Kalkül zog. Eine in Auftrag gegebene Untersuchung des Trinkwassers durch ein Fachinstitut kam zu der Empfehlung, eine Teilenthärtung zur Vermeidung von Verkalkungsproblemen vor allem im Warmwasserbereich vorzunehmen.

Wichtiges Kriterium für die Werkleitung, aber auch für die Zweckverbandsmitglieder war, eine Technik für die Enthärtung zu verwenden, die das Trinkwasser als Naturprodukt erhält. Zur Anwendung kommt das sogenannte Ionenaustausch-(Carix)-Verfahren mit einer Reduktion der Wasserhärte auf 8 – 10° dH.

Das zentrale Wasserwerk mit einer Aufbereitungsleistung von 1.150.000 m³/Jahr ist so groß dimensioniert, dass auch die Sondervertragskunden, die Verbandsgemeinde Edenkoben und die Verbandsgemeinde Landau-Land, sowie der Energie Südwest AG Landau mit weicherem Wasser beliefert werden können. Zusätzlich werden in dem Gebäudekomplex zwei weitere Trinkwasserspeicher mit einem Gesamtvolumen von 1000 m³ und ein Zentralpumpwerk integriert.

Das Investitionsvolumen beträgt ca. 9 Millionen Euro und stellt damit die größte Einzelinvestition des Zweckverbandes der letzten Jahrzehnte dar. In welcher Höhe sich diese Investition auf den Wasserpreis auswirkt, kann derzeit nur grob geschätzt werden, weil diverse Rahmenbedingungen noch zu bestimmen sind. Fest steht, dass der landesweit zu einem der günstigen Tarife zählenden Preis je m³ Trinkwasser von derzeit 1,39 € nicht zu halten sein und ansteigen wird. Eine ökologische und ökonomische Bewertung des renommierten Fraunhofer Instituts hat jedoch ergeben, dass die Einsparungen für die Verbraucher bei einer zentralen Enthärtung höher sind, als die durch die Enthärtung verursachten. Die Vorteile reichen von der Einsparung an Reinigungs- bzw. Waschmittel und Spülmaschinensalz bis hin die Energieeinsparung bei der Warmwasseraufbereitung und geringeren Wartungskosten für Geräte und Maschinen. Dies kommt letztendlich auch der Umwelt zugute.

Die Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage kann voraussichtlich im Sommer 2020 erfolgen.

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