Kunstwerk "Arche"


Das ist, jetzt muss man zu meinem tiefen Bedauern leider sagen: Das war die Botschaft, mit der die Plastikerin und Bildhauerin Helga Sauvageot aus Karlsruhe schon in 2006 mit ihrem Flachrelief ARCHE am Storchenzentrum mit Text und Bildsymbolik auf die Bedrohung der biologischen Vielfalt hingewiesen hat.

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Das am Storchenzentrum von Metalldieben gestohlene Flachrelief ARCHE von Helga Sauvageot

Denn zum Entsetzen vieler ist dieses Kunstwerk vermutlich Metalldieben zum Opfer gefallen. 200 € Materialwert der gestohlenen Bronzetafel steht ein um ein vielfaches höherer immaterieller Verlust eines wichtigen Bornheimer Kunstwerks gegenüber.

Mit der Gedankenidee ARCHE, hier der „Rettung des europäischen Weißstorchs als Symbol für die Bewahrung der biologischen Vielfalt“ griff die Künstlerin Helga Sauvageot mit ihrem Relief schon in 2006 anläßlich der Eröffnung des Storchenzentrums ein Thema auf, das zwischenzeitlich weltweit größte Relevanz erhalten hat. So findet sich auf der Titelseite der Rheinpfalz vom 7. Mai die Überschrift „Dramatische Warnung vor Artensterben – Die Menschen müssen ihren Umgang mit der Natur grundlegend ändern – So lautet die Kernbotschaft des in Paris vorgestellten Berichts zur Situation von Tieren und Pflanzen in der Welt“.

Das heißt: In Bornheim war man sich schon sehr früh der sich abzeichnenden Dramatik des Artensterbens bewußt, weil man am Beispiel des Weißstorchs erlebt hat, wie eine Art, die seit Menschengedenken als Glücks- und Frühlingsbringer verehrt wurde, plötzlich in der Pfalz ausgestorben war (in 1974 letzter pfälzischer Nachweis auf der Fuchsmühle in Offenbach/Queich). Mit der Entscheidung für die Symbolik der ARCHE und der Platzierung des ARCHE-Reliefs am Storchenzentrum hat der damalige Gemeinderat eine Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger von Bornheim, aber auch an die Region gerichtet, sich bewusst zu machen, dass Artenschutz für die Menschen Überlebensschutz ist und man daher nachhaltiger leben, die Bedürfnisse der Natur berücksichtigen müsse.

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Nun ist es ein Glücksfall, dass Helga Sauvageot noch über die Originalvorlage des Bronzereliefs verfügt, man das gestohlene Relief damit originalgetreu wieder herstellen könnte. Zu meinem Bedauern waren die Kosten von 9.170 € dem Gemeinderat zu hoch. Mit 2 Ja-, 9 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen wurde der Ersatz dieses Kunstwerks abgelehnt. Für Bornheim, das sich als „Dorf der Kunst“ präsentiert, ist das künftige Fehlen dieses Kunstwerks ein herber Verlust.

In der Ratssitzung gab es den Vorschlag, die Aktion Pfalzstorch solle doch für den Reliefersatz eine Spendeninitiative starten. Aus meiner Sicht sollte man diesen Vorschlag modifiziert aufgreifen. Modifiziert insoweit, als das Storchenzentrum ein Gebäude im Eigentum der Ortsgemeinde ist und damit die Ortsgemeinde unter „Kunst am Bau“ die Errichtungsverpflichtung hatte. Insoweit ist es nicht Aufgabe der Aktion Pfalzstorch, sondern der Ortsgemeinde, eine Spendenaktion zu organisieren. Hierbei sollte die Aktion Pfalzstorch selbstverständlich mit eingebunden werden, hat doch diese großes Interesse, dass das Thema Artenschutz in der Bornheimer Kunst auch künftig wieder vertreten sein wird.

Ich wünsche mir, dass der nach der Kommunalwahl neue Gemeindevorstand und der neue Gemeinderat sich dieses Themas nochmals annehmen. Denn dann ginge mit einem ersetzten Kunstrelief mit der Symbolik der ARCHE erneut aus Bornheim die Botschaft in die Region, dass Artenschutz Menschenschutz ist – ein Anliegen, das täglich dringender wird.


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