Wo Störche zu Hause sind: Unterwegs zwischen Storchennestern und Queichwiesen


Mit der Rückkehr der Weißstörche an die Südliche Weinstraße beginnt das Geklapper: Die markanten Vögel prägen das Landschaftsbild rund um die Queichwiesen und stehen exemplarisch für eine Kulturlandschaft, in der Mensch, Landwirtschaft und Natur seit Jahrhunderten eng verbunden sind. Angebote wie das Storchenzentrum, die Storchenscheune oder geführte Storchentouren machen das Naturschauspiel für Gäste erlebbar – eingebettet in die idyllische Naturlandschaft der Queichwiesen.

 

Der Weißstorch zählt zu den Frühlingsboten in der Südpfalz. Bereits ab Februar kehren die ersten Tiere aus ihren Winterquartieren zurück, im Frühjahr beginnt die Brutzeit. In den Sommermonaten wachsen die Jungstörche heran, bevor sie sich vor dem Wegzug nach Süden sammeln. Für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen Störche große Mengen Nahrung, die sie in den feuchten Wiesenlandschaften entlang der Queich finden. Mit der online buchbaren geführten Storchentour in Bornheim sind Interessierte eingeladen die beeindruckenden Vögel unter fachkundiger Leitung zu erleben. Im Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrum in Bornheim werden faszinierende Einblicke in das Leben des Weißstorchs und die Queichwiesenbewässerung gegeben.

 

Geführte Storchentouren durch Bornheim und die Wiesen

Von März bis August laden geführte Storchentouren jede Woche Mittwoch um 15 Uhr dazu ein, die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu erleben. Unter fachkundiger Leitung geht es zu bewohnten Nestern, durch Wiesenbereiche und zu ausgewählten Stationen im Ort. Die rund 90minütigen Touren verbinden Naturbeobachtung mit Hintergrundwissen und richten sich an alle Altersgruppen. Die Storchentour ist online buchbar unter www.suedlicheweinstrasse.de/offenbach/fuehrung-storchentour.

 

Storchenzentrum und Storchenscheune in Bornheim:
Wissen, Schutz und Umweltbildung

Bewässerungsmodell der Queichwiesen im Storchenzentrum Bornheim

Das Rheinland-pfälzische Storchenzentrum in Bornheim ist Anlaufstelle für alle, die mehr über den Weißstorch und seinen Lebensraum erfahren möchten. Die barrierefreie Ausstellung informiert über Biologie, Zugverhalten und Schutzmaßnahmen und richtet sich an Familien, Schulklassen sowie interessierte Gäste. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz.

 

Aktuell ermöglichen Nestkameras auf der Website des Storchenzentrums einen direkten Blick in ausgewählte Storchennester. Interessierte können dort live verfolgen, wie Störche brüten, ihre Jungen versorgen und aufwachsen sehen. Die Nestkameras sind abrufbar unter pfalzstorch.de

 

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Arbeit ist die Storchenscheune. Hier werden verletzte oder geschwächte Störche gepflegt und auf ihre Rückkehr in die Natur vorbereitet. Weitere Informationen zum Thema Störche gibt es unter www.suedlicheweinstrasse.de/stoerche.

 

Queichwiesen und Rheinauen: Lebensraum mit Geschichte

Die Störche profitieren von einer Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten vom Menschen gestaltet wird. Die Queich verbindet den Pfälzerwald mit der Rheinebene und prägt zwischen Landau und Germersheim ein einzigartiges grünes Band. Mit rund 450 Hektar sind die Queichwiesen das größte noch aktiv betriebene Wiesenbewässerungssystem Deutschlands. Die traditionelle Bewässerung erfolgt allein durch Schwerkraft über ein historisches Netz aus Gräben, Wehren und Schließen und wurde 2023 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

 

Durch die regelmäßige Bewässerung entsteht ein Mosaik aus feuchten und trockeneren Flächen. Diese Struktur fördert eine artenreiche Flora und Fauna und sichert zugleich den landwirtschaftlichen Nutzen der Wiesen. Östlich schließen die Rheinauen an, die mit Auenwäldern, Altarmen und offenen Flächen den Lebensraum erweitern. Mehr Informationen zu den Queichwiesen und Rheinauen finden Interessierte unter www.suedlicheweinstrasse.de/offenbach/queichwiesen-rheinauen.

 

Projekt „Digitale Erlebniswelt Queichwiesen“

Mit dem Projekt „Digitale Erlebniswelt Queichwiesen“ beginnt ein neues Kapitel der Wissensvermittlung entlang der Queich. Die Besonderheiten der seit Jahrhunderten geprägten Wiesenlandschaft und des 2023 von der UNESCO anerkannten Bewässerungssystems sollen künftig auch digital erlebbar werden. Entlang bestehender Rad- und Wanderwege sind interaktive Erlebnisstationen geplant, die Natur, Geschichte und moderne Technologien miteinander verbinden. Eine App wird künftig an mehreren Stationen Informationen zu Wasserwirtschaft, Flora und Fauna – darunter auch zum Weißstorch – sowie zu historischen Nutzungsformen vermitteln und neue Zugänge zur Landschaft eröffnen.

 

Das Projekt „Digitale Erlebniswelt Queichwiesen“ mit einem Gesamtvolumen von rund 512.000 Euro wird zu 85 Prozent gefördert. Insgesamt werden rund 432.000 Euro bereitgestellt, davon rund 203.000 Euro EFRE-Mittel und rund 229.000 Euro Landesmittel. Das Projekt ist eines von zehn landesweit ausgewählten Vorhaben im EFRE-Förderprogramm „Öffentliche Tourismusinfrastruktur – Tourismus 4.0“ im Rahmen des Ziels „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum“ (IBW) der Förderperiode 2021–2027. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.suedlicheweinstrasse.de/offenbach/digitale-erlebniswelt-queichwiesen.

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