
Dies ist der erste Teil von Arvolas Eismeer-Trilogie. Im Mittelpunkt steht Brita Caisa, eine alleinerziehende Frau mit zwei unehelichen Söhnen, die nach einer Kirchenstrafe aus dem inneren Finnland nach Nordnorwegen flieht. Dort will sie einen Neuanfang wagen und heiraten, am liebsten einen Fischer mit eigenem Boot.
Viele Finnen suchten damals ihr Glück im Nachbarland. Daraus entstand die Gruppe der Kvenen. Auch Sami waren im hohen Norden und über alle Ländergrenzen hinweg unterwegs. Doch nationalistische Strömungen führten dazu, dass Grenzen geschlossen wurden, die Sami nicht mehr ihre traditionelle Lebensweise fortführen konnten. Es gab Streit um Land und Rentiere, die norwegische Regierung zwangsassimilierte Sami und Kvenen. Bis heute ein weitgehend totgeschwiegenes Kapitel norwegischer Geschichte.
Brita Caisa ist eine Frau, die ausbricht aus der traditionellen Rolle. Sie ist stark und rebellisch, aber auch innerlich zerrissen und einsam. Sie will sich nicht von der Kirche vorschreiben lassen wie sie zu leben hat, aber sie ist auch sehr gläubig. Sie ist gütig und hilfsbereit, aber auch egoistisch.
Während der Reise trifft sie auf Mikka. Verheiratet. Eine Liebesgeschichte mit großer Leidenschaft, aber auch mit schweren Konsequenzen. Gesellschaftlich geächtet und strafbar ist eine solche Beziehung.
Und auch das Leben in der unwirtlichen Landschaft der Finnmark spielt bei Arvola eine Hauptrolle. Das Reisen mit Schlitten und auf Skier, das Leben mit und von Rentieren, die schwere Arbeit des Fischfangs, das Darben in schlechten Jahren und das Sterben.