Historisches zur Ortsgemeinde Essingen

    Link kopieren

    Die im Tal des Hainbachs gelegene Weinbaugemeinde kann auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück blicken. So lässt sich für die Gemarkung Essingen eine Besiedlung durch den Menschen nachweisen, die vor ca. 7300 Jahren vor heute begann. Der älteste fossile Fund, ein Mammutbackenzahn ist sogar über 12000 Jahre alt. Von den frühen menschlichen Siedlúngen vor über 7000 Jahren sind die Siedlungen der Bandkeramiker in Essingen bestens erforscht.

    Aber auch von den nachfolgenden Kulturen, der Großgartacher und Rössener Kultur des Mittelneolitikums, der Urnenfelderkultur gibt es zahlreiche Siedlungsspuren. Funde von geschliffenen Steinbeilen aus der Mittleren Steinzeit, etwa 3000 vor Christus und schwarze Tonurnen aus Hügelgräbern weisen auf eine Besiedlung des Gebietes in dieser Zeit hin. Reste römischer Gutshöfe mit schönen Terra-Sigillata- und Amphorenscherben belegen, dass auch schon die Römer den fruchtbaren Lößboden der Essinger Gemarkung zu schätzen wussten.

    Ein merowingisches Gräberfeld mit reichen Grabbeigaben wurde 1989 freigelegt, wodurch auch für die frühmittelalterliche Zeit eine Besiedlung nachgewiesen werden konnte. Das Dorf selbst wurde im 5. Jahrhundert gegründet und hieß damals 'Ossingen', nach seinem Gründer, einem allemannisch-fränkischen Sippenoberhaupt names Osso. Die erste urkundliche Erwähnung von Ossingen bezieht sich auf den Besitz des Klosters Weißenburg zwischen den Jahren 850 und 900.

    Das Kloster besaß hier als Reichslehen einen Herrschaftshof mit 90 Morgen Weinbergen, Wiesen, den halben Kirchenzehnten, 5 bewirtschafteten und 13 brachliegenden Höfen.

    Mehrere Ritter- und Adelsgeschlechter hatten danach diesen karolingischen Herrschaftshof als Reichslehen und bauten ihn nach und nach in eine feste Burg und schließlich zum Schloss aus. Vor allem die Herren von Schüpfen, von Ochsenstein, von Snidelauch, von Sickingen, von Helmstadt, Steinhauser und von Rosenberg sind hier zu nennen. Vom Jahr 1585 bis 1793 gelangte schließlich das damalige Ober- und Niederessingen unter die Herrschaft der Freiherrn von Dalberg, die sehr hohe Ämter in Staat und Kirche inne hatten.

    Die Reste des 1794 zerstörten Schlosses sind heute noch in Essinger Bürgerhäusern zu sehen. Auch die Klöster Heilsbruck, Limburg, Hördt und Hornbach hatten in Essingen große Besitztümer.

    Ferner besaß das Kloster Lichtental in Essingen ein freiadliges Hofgut. Darüber hinaus hatte auch noch das Kloster Eußerthal 3 Gutshöfe, die zeitweise von der Mennonitenfamilie des berühmten Ältesten Hans Nafziger bewirtschaftet wurde.

    Im 19. Jahrhundert wanderten viele Essinger in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Der bekannteste unter ihnen ist John George Nicolay, Privatsekretär von Präsident Lincoln. Aus seiner wechselvollen Geschichte hat sich Essingen auch vier historische Sehenswürdigkeiten erhalten.

    Zunächst ist dies die Wendelinuskapelle. Die Baugeschichte der Kapelle geht zurück bis in das Jahr 1280, wo sie bereits erstmals urkundlich erwähnt wird. Der Ursprung dieser Oberessinger Kirche dürfte aber bereits um das Jahr 1000 liegen.

    Die spätgotische Kapelle steht im ehemaligen Ortsteil Oberessingen und besteht aus einem kurzen Langhaus und einem zweigeschossigen Chorturm mit Spitzhelm. Sie birgt kostbare Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die 1968 freigelegt und restauriert wurden. Es handelt sich bei den Darstellungen um einen vollkommen erhaltenen Marienzyklus. Das Sakramentshäuschen und die Beschläge der Sakristeitür stammen aus der Erbauungszeit des Kirchleins.Hier finden auch wieder Gottesdienste, Trauungen, Taufen, Konzerte und Ausstellungen statt.

    Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt das historische Rathaus dar. Das vom Kurfürst und Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg 1590 im Renaissancestil errichtete Gebäude weist mit den rundbogigen Öffnungen im Erdgeschoß und der in einem seitlichen Treppenturm untergebrachten Außentreppe zwei typische Merkmale des pfälzischen Rathauses auf. Am Eingangsportal prangt ein schönes Essinger Gemeindewappen.

    Auch die evangelische Kirche St. Sebastian wurde 1788 unter Einbeziehung von Teilen einer älteren Kirche von 1561 erbaut, der Turm 1862 angefügt. An den Innenwänden der Kirche findet man Grab- und Wappensteine des 16. Jahrhunderts.Eine Vorgängerkirche wurde bereits im 9.Jahrhundert nachgewiesen.

    Am östlichen Ortsrand der Gemeinde liegt einer der größten und ältesten Judenfriedhöfe der Pfalz. Aus über 30 Gemeinden der Umgebung wurden hier seit 1619 die Toten bestattet.

    Damit wir Ihnen ein optimales Besucher-Erlebnis bieten können, verwendet diese Seite Cookies.