Menschenschutz / Umweltschutz: Stechmückenbekämpfung gezielt und effektiv


Stechmücken sind lästig und stören jede Gartenparty oder den gemütlichen Aufenthalt auf der Terrasse. Sie haben aber auch eine wichtige Rolle in der Lebensgemeinschaft aquatischer und terrestrischer Gebiete. Gerade durch ihr periodisches Massenauftreten während der Fortpflanzungszeit erfüllen sie eine wichtige Funktion als Nahrungstiere, sowohl in ihrer Larvenform im Wasser (z.B. Fischnahrung), als auch in ihrer adulten Form als (z.B. Vögel- und Fledermausnahrung). Eine Forderung der flächendeckenden Bekämpfung ist deshalb durchaus umstritten. Heimische Stechmücken entstammen unterschiedlichen Gattungen: Es gibt Überschwemmungsmücken, Waldmücken und Hausmücken (-Schnaken).

Überschwemmungsmücken / -Schnaken

Die bevorzugten Brutgewässer der Überschwemmungs- oder Flutwasserstechmücken befinden sich entlang von Flüssen, Gräben und Seen, die in regelmäßigen Abständen mit Wasser gefüllt oder überflutet werden. Diese Arten (vorwiegend Arten der Gattung Aedes) legen ihre Eier einzeln in der feuchten Erde ab und können, wenn Trockenheit herrscht, mehrere Jahre unbeschadet bis zum nächsten Flutereignis überdauern, um zu schlüpfen. Um geeignete Blutwirte zu finden, können die erwachsenen geschlechtsreifen Insekten (Imagines) dieser Arten, zum Beispiel Aedes vexans, oft große Distanzen (10 km und mehr) zurücklegen, und können so zu wahrnehmbarer Beeinträchtigung der Lebensqualität in menschlichen Siedlungen führen. Je nach Windrichtung kann der derzeitig Ausfall der großflächigen Bekämpfung entlang des Rheins durchaus Auswirkungen auch auf unsere Gemeinden haben.

Der komplette Entwicklungszeitraum vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier dauert bei diesen Arten etwa zwei Wochen. Je nach Art (in Deutschland gibt es etwa 46 Arten) bauen sie bis zu sieben Generationen pro Jahr auf. Von April bis September findet die Larve von Aedes vexans die besten Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Waldmücken / -Schnaken 

Die Brutstätten der Waldmücken (z. B. Anopheles plumbeus) sind Wassertümpel in sumpfigen Waldarealen oder Mulden, die sich nach Regenfällen oder im Frühjahr durch höheren Grundwasserstand mit Wasser füllen. Da die Entwicklung in dem sauerstoffreichen, aber sehr kalten Wasser (2 - 5°C) sehr lange (bis drei Monate) dauert, gibt es nur eine Generation pro Jahr. Der Radius, in dem die Weibchen dieser Spezies auf die Suche nach einer geeigneten Blutmahlzeit gehen, liegt bei etwa 1,6 km. Eine Belästigung durch Waldmücken liegt nur für waldnahe Siedlungen oder im Wald selbst vor und tritt in der Regel nur zeitlich begrenzt auf. Aufgrund des niedrigen Grundwasserstands im Frühjahr, der derzeit noch immer anhält, ist mit einer Population von Waldmücken kaum zu rechnen.

 

Hausmücken / -Schnaken 

Gängige und häufig auftretende Hausschnakenarten in Siedlungsbieten sind Culex pipiens pipiens und Culiseta annulata. Die Imagines dieser Art überwintern in Kellern und beginnen mit den zunehmenden Temperaturen im April/Mai mit der Eiablage. In der Diapause (Ruhephase) sind die Weibchen, wenn sie gestört werden und dann erwachen, stechaktiv. Zur Eiablage werden kleinste Wasseransammlungen wie Pfützen, Viehtränken, Gartenteiche, Altreifen, Regentonnen, Dachrinnen mit stehendem Wasser, Entwässerungsgräben oder auch Wasseransammlungen in Blattachseln (z. B. Mais) genutzt. Bei einer Wassertemperatur von 10°C werden die Eier ins Wasser abgelegt und nur wenige Tage danach schlüpfen die Larven. Je höher die Temperatur des Brutgewässers ist, desto kürzer ist die Entwicklungszeit der Larve zum stechfähigen Fluginsekt (1-3 Wochen). In normalen Sommern sind vier bis fünf Generationen, in besonders warmen und feuchten Sommern sieben Generationen möglich. Ihr Aktionsradius von der Brutstätte zu ihren Opfern ist verhältnismäßig klein und beträgt etwa 500m. So liegen die Brutstätten der Hausmücken, die zu einer Belästigung der Bevölkerung führen immer siedlungsnah.

 

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